23.07.2026

Sozialenzyklika „Magnificat humanitas“

Der Pfingstmontag 2026 brachte die 12. Enzyklika der Kirchengeschichte, die sich mit den großen sozialen Fragen der Zeit befasst.

Papst Leo XIV. setzt sich darin mit der Künstlichen Intelligenz (KI) auseinander.

 

Er schreibt darin:

„Technologie kann heilen, verbinden, bilden und unser gemeinsames Haus schützen, aber sie kann auch spalten, ausgrenzen und neue Ungerechtigkeiten hervorbringen. Abstrakt betrachtet ist sie per se weder eine Lösung für die Probleme der Menschheit noch ein Übel. Konkret betrachtet aber ist sie nicht neutral, weil sie die Züge derer annimmt, die sie konzipieren, finanzieren, regulieren und nutzen. (9)“*

 

Praktisch ist es so, dass die KI aus unserem Leben kaum noch weg zu denken ist.

Der überwiegende Teil der Leser*innen dieser Pfarrnachrichten werden die KI als Werkzeug nutzen und sei es auch nur, wenn sie eine Frage in ihr Smartphone sprechen. Schnell wird die Technik dabei zu einem Ersatz für den Austausch mit anderen. Man fragt nach dem Weg nicht mehr den anderen, man stellt seine Frage der KI. Man holt sich Rat für die Selbstoptimierung. Und es ist bereits zu hören, dass Menschen einen KI-Freund haben, mit dem sie sich vertraut austauschen.

 

Darum erinnert Leo:

„Von seinem Wesen her auf Beziehung ausgerichtet, ist jeder Mensch von Gott daraufhin erdacht und gewollt, in Gemeinschaft mit ihm, mit den anderen und mit der Schöpfung zu treten. Seine Würde hängt nicht von seinen Fähigkeiten, seinem Reichtum oder der Position ab, die er einnimmt, noch von den richtigen oder falschen Entscheidungen, die er trifft… (50)“*

 

Gerne nutzen wir die Technik, um das Schneller, Höher und Weiter zu realisieren. Mit Hilfe der Technik sind wir zum Mond geflogen, was wunderbar und beeindruckend ist.

Der Mensch ist nun mal neugierig. Und gleichzeitigt ermutigt der Papst in liebevoller Weise:
„(Wir sollten) die Begrenztheit und Schwäche des Menschen akzeptieren, ohne sie als einen Fehler zu betrachten, der korrigiert werden müsste. (12)“*

 

In diesem Sinne nehmen wir uns Zeit die KI zu nutzen. Und geben wir uns Zeit, die eigenen Fähigkeiten ins Spiel zu bringen.

 

Ihr Sven Laube

 

* Enzyklika von Papst Leo XIV. „Magnifica humanitas“

https://www.vatican.va/content/leo-xiv/de/encyclicals/documents/20260515-magnifica-humanitas.html