09.09.2026

Messdienerfahrt Sylt 2026

Wir kamen mit einer kleinen Verspätung glücklich auf Sylt und unserem Zeltplatz an.

Wir bezogen die Betten und machten genau das, was man auf Sylt eben als Erstes macht: ans Meer gehen! Einmal über die Düne und plötzlich war es da. Das Meer!

Die erste Begegnung mit dem Wasser wurde natürlich nicht einfach nur mit Füße-Reinhalten begangen. Nein. Es wurde geschwommen, geplanscht, gelacht und natürlich gespielt. All das, was mitgenommen wurde, wurde auch mehrmals gespielt! Wer keine Lust auf Sport hatte, ließ sich eben in einem Luftsack nieder und beobachtete das Chaos.

Der Weg zurück zum Zeltplatz war allerdings weniger entspannt: Die Düne musste wieder hoch. Und wer einmal diese Düne hochgelaufen ist, weiß: Der schnelle Hinweg Richtung Meer war das eindeutig bessere Geschäft.

Am Dienstag wurden die Fahrräder abgeholt und nach einer kleinen Eingewöhnungsfahrt stand fest: Wir und unsere Fahrräder, das KÖNNTE funktionieren. Der Tag wurde natürlich wieder am Meer verbracht. Schließlich hatte sich sehr schnell ein ungeschriebenes Gesetz entwickelt: Wenn wir am Meer sind, gehen wir auch ins Meer.

Abends startete dann unsere erste große Fahrradtour Richtung Wenningstedt. Die Stimmung war bestens, die Landschaft wunderschön und der Sonnenuntergang … naja. Wir hatten ihn fest eingeplant. Sagen wir es so: Wir haben zumindest sehr motiviert versucht, ihn zu erreichen.

Auf dem Rückweg entstand dafür ein kleines Spiel: das ABC-Grüßen. Jeder Mensch, der uns entgegenkam, bekam einen passenden Gruß. Bei Z wurde es dann kreativ mit: „Zee you later!“ Und so radelte die Gruppe singend, grüßend und gut gelaunt zurück.

Mittwoch wurde es ernst: Die große Fahrradtour stand an. 60 Kilometer an den nördlichsten Punkt Deutschlands. Und was soll man sagen? Wir haben die Tour gerockt! Auf dem Rückweg entwickelten wir plötzlich ungeahnte sportliche Ambitionen und tauften uns kurzerhand „Tour de Westerland“. Ob wir wirklich mit der Tour de France mithalten könnten, lassen wir an dieser Stelle mal offen.

Aber schnell waren wir. Sehr schnell.

Danach ging es wieder ans Meer. Die Wolken zogen auf, der Regen kam langsam über das offene Meer auf uns zu und die Wellen wurden größer. Hat uns das aufgehalten? Natürlich nicht!

Die Quallen wurden übrigens im Laufe der Woche ebenfalls immer größer. Angefangen haben sie ungefähr in Handgröße. Gegen Ende waren es gefühlt Monsterquallen.

Abends saßen wir zusammen, sangen Lieder und ließen den Tag gemütlich ausklingen.

Am Donnerstag wollten wir eigentlich eine entspannte Fahrradtour machen. Sylt hatte allerdings andere Pläne und schickte uns ordentlich Gegenwind. Also hieß es teilweise: Fahrrad fahren, Fahrrad schieben, fahren, schieben …

Irgendwann wurde es wieder besser und wir teilten uns auf, um Westerland zu erkunden. Dort wurde gebummelt, der Kitesurf-Cup bestaunt und natürlich durfte das obligatorische Eis nicht fehlen.

Am Freitag ging es zum Lister Hafen. Dort wartete unter anderem eine Kunstausstellung auf uns. Gemeinsam liefen wir durch die Ausstellung und schätzten den Wert der Kunstwerke. Die Preise sorgten regelmäßig für Erstaunen. Bei manchen Kunstwerken fiel auch gerne der Satz: „Das mal ich dir für einen Zehner!“

Eine Kunsthistorikerin erklärte uns, wie ein Kunstkauf funktioniert, und beantwortete geduldig unsere Fragen. Anschließend ging es zu einer der 20 besten Eisdielen Deutschlands!

Abends wurde gespielt: Werwolf, Wizards, Flip 7 und alles, was uns sonst noch wachhalten konnte. Einige, die früher schlafen gegangen sind und nachts auf Toilette mussten, waren verwundert, warum einige immer noch Flip 7 spielten. Die Antwort war simpel: Wir waren noch nicht fertig!

Irgendwann mussten ein paar doch etwas anderes machen und gingen in der sehr frühen Morgenstunde am Strand spazieren. Das Meer war wild, die Wellen hoch, der Wind stark. Wir standen auf dem Dünenweg und dachten uns: Warum eigentlich nicht?

Am Samstag ging es in den Süden der Insel! Dort wurde spaziert und gegessen: Crêpe oder Fischbrötchen – süß oder fischig, jeder, wie er mochte.

Auf dem Rückweg kam dann die Sonne heraus und wir beschlossen einstimmig: Ab an den Strand! Und es war die absolut richtige Entscheidung.

Die Wellen waren riesig und wurden natürlich sofort zur persönlichen Herausforderung erklärt. Einige stellten sich mutig hinein, andere versuchten sogar, auf den Wellen zu reiten. Ob das technisch bereits als Surfen zählt, dürfen andere entscheiden.

Am Abend folgte dann unser legendäres Völkerballturnier am Strand. Ein paar Regentropfen? Egal.

Danach wurde sogar noch Tischtennis gespielt. Die Tischtennisplatte stand zwar am Ende des gesamten Geländes, aber unser Jubel war offenbar laut genug, dass vermutlich auch die Menschen am anderen Ende der Insel wussten, wer gerade gewonnen hatte.

Natürlich durfte auch die Vorabendmesse nicht fehlen. Musikalisch endete sie, wie könnte es auch anders sein, mit „My Lighthouse“.

Danach hieß es leider Packen.

Am Sonntag war das Programm jedoch für einige nicht vorbei. Denn wer sich vorgenommen hatte, jeden Tag ins Meer zu gehen, musste den Rekord schließlich bis zum letzten Morgen halten. Also ging es Sonntag früh noch einmal ans Wasser.

Ein letztes Mal Sylt. Ein letztes Mal Wellen. Ein letztes Mal gemeinsam schwimmen im Meer.

Die Rückfahrt verlief problemlos und irgendwann standen wir wieder am Dortmunder Hauptbahnhof. Müde. Glücklich. Ein bisschen traurig. Und vermutlich mit mehr Erinnerungen im Gepäck als Kleidung.

Eine Woche voller Fahrradtouren, Meer, Sand an den unmöglichsten Stellen, Eis, Kunst, Gesang, Turnieren, Lachanfällen, Gegenwind, großen Wellen, kleinen Quallen, großen Quallen, Tour de Westerland, Werwolf, Flip 7, My Lighthouse und sehr, sehr viel Quatsch.

Aber vor allem eine Woche voller Gemeinschaft.

Wir haben zusammen gelacht, uns gegenseitig geholfen, Herausforderungen gemeistert und viele Momente erlebt, die nicht geplant waren und die gerade deshalb in Erinnerung bleiben.

Und vielleicht ist genau das eine Messdienerfahrt: Man fährt gemeinsam los und kommt mit Geschichten zurück, die man noch Jahre später erzählen wird. Manche Geschichten darf die Gemeinde gerne erfahren. Und bei anderen gilt: Sie muss ja nicht alles wissen. Schon gar nicht die Eltern. 😉

Danke an alle, die diese Fahrt zu dem gemacht haben, was sie war. Eine wunderschöne und ereignisreiche Fahrt, die in Erinnerung bleibt!

Lisa Witczak, Messdienerleitung