05.02.2026

Karneval

Rund um die Welt wird Karneval gefeiert.

Typisches Merkmal der Närr*innen ist die Kostümierung. Je nach Weltgegend fällt die allerdings sehr verschieden aus.

In der schwäbisch-alemannischen Fasnet dominieren traditionelle Figuren, wie Hexen, Teufel oder Strohbären. Im rheinischen Karneval fallen die Uniformen der Karnevalsgesellschaften auf, die an Militärbekleidung erinnern.

Ganz anders wartet Venedig mit aufwendigen Kostümen auf, etwa dem Dottore della Peste oder der Bauta.

Während die Passista des brasilianischen Karnevals ein Tanzkostüm trägt aus wenig Stoff dafür mit ums so mehr Pailletten und Federn.

Mir scheint es fast so, dass gerne Verkleidungen gewählt werden, die mit der größten Not oder der größten Angst in einer Region in Verbindung stehen. Sei es die Not des Winters, die Bedrohung durch (Napoleons-) Besatzungstruppe und den Krieg oder die Bedrohung durch die Pest oder ein trister, fremdbestimmter Alltag.

Menschen schlüpfen in die Rolle ihrer größten Angst, um sich über sie lustig zu machen und ihr die Macht zu nehmen. Der Humor war schon immer die schärfste Waffe gegen alles Bedrohliche. Lachen löst Blockaden auf, weil das Gehirn endlich den Stressmodus abschalten kann. So hilft der Humor, zwischendurch die Sorgen zu vergessen, zu feiern und neue Kraft zu tanken.

 

Das ist auch nicht unbiblisch. Kohelet macht sich ausführliche Gedanken über die Gerechtigkeit bzw. Ungerechtigkeit in der Welt. Warum geht es „Bösen“ gut und „Guten“ schlecht? Diese Frage ist kaum zu beantworten . Kohelet kommt zu dem Schluss, es ist so! Darum nimm es als Geschenk Gottes an, wenn es dir gerade gut geht. Habe kein schlechtes Gewissen zu feiern und die Gaben zu genießen. Es kann schnell wieder anders sein. (Kohelet 3, 13)

Deswegen: genießen Sie die närrischen Tage vielleicht beim Gemeindekarneval in Heilig Geist, am 14.2..

 

Aber eins ist genauso gewiss: am Aschermittwoch ist alles vorbei und wir versuchen auf ernsthaftere Weise, mit den Fragen bezüglich der Sorgen und Freude umzugehen.

Vielleicht möchten Sie die Fastenzeit bewusst beginnen, in dem Sie das Aschenkreuz empfangen. Dazu haben Sie die Möglichkeit am Aschermittwoch: um 8 Uhr in St. Kaiser Heinrich beim Schulgottesdienst, um 9 Uhr in Heilig Geist in einer heiligen Messe, zwischen 16 – 18 Uhr in St. Clara in einer persönlichen Begegnung mit dem Team der Citypastoral und schließlich um 19 Uhr in der Heiligen Messe in St. Clara.

 

Wenn Sie von einer besseren Welt träumen, vergessen Sie vorher das Feiern nicht, die Möglichkeit dazu ist eine Gabe Gottes.

Sven Laube, Pastoralkoordinator