03.09.2026

Fight for Pride #kirchenkönnenqueer

CSD in Dortmund: Fight for Pride – Always in the Light

Wieder hat ein gewaltsamer Angriff gezeigt, wie viel Hass existiert: Beim CSD in Berlin fuhr ein Auto in die Menge.

Es ist ein Akt der Ablehnung gegen Menschen, die schlichtweg darauf aufmerksam machen, dass geschlechtliche und sexuelle Vielfalt Realität ist – und dass jeder Mensch Respekt, Achtung und Würde verdient. Leider gibt es nach wie vor Gruppen in allen Religionen, Konfessionen und Weltanschauungen, die Menschen diese Rechte absprechen. Ihren Widerstand drücken sie durch abfällige Blicke, respektlose Sprüche oder sogar Gewalt aus.

 

Dass in der Kirche dennoch ein Umdenken stattfindet, zeigt der Synodale Weg in Deutschland (2020–2026). Er versucht, alte theologische Denkmuster des 19. und 20. Jahrhunderts zu überwinden.

Bei den Abstimmungen zeigte sich jedoch ein zwiespältiges Bild:

Gescheitert: Der Grundtext „Leben in gelingenden Beziehungen“ hätte einen echten Haltungswechsel gegenüber queeren Menschen eingeleitet. Er erhielt zwar 82,9 % Zustimmung aller Delegierten, scheiterte aber knapp an der nötigen Zwei-Drittel-Mehrheit der Bischöfe – es fehlten lediglich drei Stimmen. Direkt danach wurde laut gefragt: „Wo sind die Hirten?“

Angenommen: Paradoxerweise wurden konkrete Handlungstexte – etwa zur lehramtlichen Neubewertung von Homosexualität, zum Umgang mit geschlechtlicher Vielfalt und zu Segensfeiern für sich liebende Paare – mit der erforderlichen Bischofsmehrheit angenommen. Das zeig, theologisches Denken über alte Kategorien hinaus ist möglich. Auch auf lokaler Ebene gibt es zarte Fortschritte:

Im Erzbistum Paderborn gibt es den Arbeitskreis Queersensible Pastoral. Seine Aufgabe ist es, queere Menschen und ihre Themen in der Kirche sichtbar zu machen und Orte des Willkommenseins zu schaffen. Dafür soll es künftig in jedem Dekanat eine Ansprechperson geben.

In Dortmund lädt ein ökumenisches Bündnis aus evangelischer, neuapostolischer und katholischer Kirche zweimal im Jahr zu gemeinsamen Gottesdiensten und zum Austausch ein.

Eigentlich sollte in einer christlichen Gemeinschaft weder Geschlecht noch Herkunft, Nationalität oder sexuelle Identität eine Rolle spielen (frei nach Galater 3,28). Doch solange darüber noch verhandelt werden muss, bleibt es wichtig, Gesicht zu zeigen.

 

Alle sind herzlich eingeladen, am 5. September beim CSD in Dortmund dabei zu sein.

Sven Laube, Pastoralkoordinator